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Bebauungsplan "Südlich der Blautalstraße"

Bebauungsplan „ Südlich der Blautalstraße “, im Ortsteil Herrlingen

Beschluss den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans „Blautalstraße“ in Herrlingen vom 25.04.2017 aufzuheben.

Beschluss den Bebauungsplan „Südlich der Blautalstraße“ in Herrlingen gemäß § 2 Abs. 1 BauGB  i. V. m. § 13 a Abs.1 Satz 2 Nr.1 BauGB aufzustellen.

Beschluss den Bebauungsplanentwurf in der Fassung vom 15.09.2020 zu billigen.

Beschluss zur öffentlichen Auslegung gemäß § 3 Abs. 2 BauGB des Bebauungsplanentwurfes „Südlich der Blautalstraße“ mit Stand vom 15.09.2020.

Der Gemeinderat der Stadt Blaustein hat in seiner Gemeinderatsitzung am 04.08.2020 beschlossen, den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans „Blautalstraße“ in Herrlingen vom 25.04.2017 aufzuheben. Gleichzeitig hat der Gemeinderat  beschlossen, den  Bebauungsplan „Südlich der Blautalstraße“ in Herrlingen gemäß § 2 Abs. 1 BauGB  i. V. m. § 13 a Abs.1 Satz 2 Nr.1 BauGB aufzustellen.

In der Gemeinderatssitzung am 15.09.2020 hat der Gemeinderat der Stadt Blaustein den Bebauungsplanentwurfes „Südlich der Blautalstraße“ in Herrlingen in der Fassung vom 15.09.2020 gebilligt sowie die öffentliche Auslegung dieses Bebauungsplanentwurfes gemäß § 3 Abs. 2 BauGB beschlossen.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes ist im beiliegenden Planauszug dargestellt.

Bebauungsplanentwurf in der Fassung vom 15.09.2020

Ziel und Zweck der Planung 

Die Erfordernis zur Aufstellung des Bebauungsplanes „Südlich der Blautalstraße“ im Ortsteil Herrlingen gemäß § 1 Abs. 3 BauGB ergibt sich aus folgenden städtebaulichen Gründen:

Nach dem Abriss des Kalkwerks der Firma Märker besteht die Möglichkeit das Grundstück an der Blautalstraße (B28) städtebaulich neu zu ordnen und durch die Aufstellung eines Bebauungs-planes planungsrechtlich zu sichern.

Ziel ist es, die vorhandenen innerörtlichen Flächenpotenziale des ehemaligen Kalkwerks in direkter Angrenzung an den Naturraum der Blau für die Realisierung von zeitgemäßen Angeboten des Wohnens und Arbeitens sowie für die Unterbringung von Gewerbeflächen und Flächen für den städtischen Bauhof wieder nutzbar zu machen und in das Stadtgefüge einzugliedern. 

Der bisher versteckte Uferbereich der Blau soll naturnah aufgewertet werden. Ein neuer Fuß- und Radweg entlang der Blau ermöglicht erstmals eine durchgängige Wegeverbindung am nördlichen Ufer.

Im Rahmen einer städtebaulichen Machbarkeitsstudie vom Architekturbüro Hähnig und Gemmeke aus Tübingen wurden für den Bereich städtebauliche Varianten geprüft. Um die planungs-rechtlichen Voraussetzungen für die Realisierung des Konzeptes zu schaffen, ist es erforderlich, einen Bebauungsplan aufzustellen.

Zielsetzung der Planung ist eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung, wobei insbesondere die Erhaltung und Fortentwicklung vorhandener Ortsteile gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 4 BauGB als Planungsgrundsatz relevant ist. Mit der Planung wird insgesamt das Ziel verfolgt, durch Nachverdichtung von minder genutzten und brachliegenden Flächen in Blaustein die Schaffung von Arbeits- und Wohnraum im Innenbereich zu ermöglichen, ohne die allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse zu gefährden. Hierdurch kann ein Teil der prognostizierten Bevölkerungszunahme im Innenbereich stattfinden wodurch sich in der Folge der Druck, Wohnbauflächen im Außenbereich auszuweisen, verringert.

Das Plangebiet liegt im Südosten des Stadtteils Herrlingen, auf den Flächen des ehem. Kalkwerks, und bildet dort den Übergang zum Stadtteil Klingenstein. Im Süden grenzt der Bebauungsplan an den nördlichen Flussarm und den Naturraum der Blau an, die sich in diesem Bereich aufgabelt. Die angrenzenden Flüsse Lauter und Blau liegen innerhalb des FFH-Gebietes „7524-341 Blau und kleine Lauter“. Im Norden wird der Geltungsbereich durch die südliche Straßenkante der B28 begrenzt. Westlich des Plangebietes schließt sich ein Wohngebiet und der Ortskern von Herrlingen an. Weiter nördlich befinden sich die markante Hangkante des Beibruckbergs (z.T. geschützte Heidelandschaft) und das Feuerwehrgerätehaus. Östlich schließt sich die Wohnbebauung des Ortsteils Klingenstein an.

Der Großteil des Plangebietes ist bereits leergeräumt, das ehem. Kalkwerk ist Ende 2013 abgerissen worden. Die auf dem Plangebiet bestehenden Gebäude des Bauhofs sollen erhalten und planungsrechtlich gesichert werden. Für den Bauhof sind zudem Erweiterungsmöglichkeiten vorgesehen. 

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans umfasst die Flurstücke 317, 318, 319, 340 und 341, die sich im Eigentum der Stadt Blaustein befinden. Der Geltungsbereich umfasst eine Fläche von ca. 1,9 ha und ist im Lageplan vom Büro Hähnig und Gemmeke mit Stand 15.09.2020 festgelegt.

Das Gebiet „Blautalstraße“ wird aktuell durch die B 28 („Blautalstraße“) erschlossen. Für Fußgänger bietet sich derzeit nur die zweiseitig mit einem Gehweg ausgestattete B28, um in das Plangebiet zu gelangen. Die Einfahrten ins Gebiet werden auf zwei neue Zufahrten begrenzt.  Die Zufahrten zu den oberirdischen Stellplätzen sowie den Tiefgaragen erfolgen gebündelt über die privaten Flächen als Stichstraßen. Die für die Bebauung notwendigen Stellplätze können in Tiefgaragen sowie als offene Stellplätze für Besucher entlang der Stichstraße ausgeführt werden. Für Fußgänger und Radfahrer entsteht ein Wegenetz entlang der Blau und der Lauter (Gewässerunterhaltungsweg).

Der Flächennutzungs- und Landschaftsplan 2010 des Nachbarschaftsverbandes Ulm weist dieses Plangebiet als gewerbliche Fläche aus.

Es wird darauf hingewiesen, dass der Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren gemäß §13a BauGB - Bebauungspläne der Innenentwicklung – durchgeführt wird. Somit wird von einer Umweltprüfung nach § 2 Abs. 4 BauGB und von einem Umweltbericht nach § 2a BauGB abgesehen. Die Belange des Umweltschutzes gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB wurden ermittelt.
Sie sind im Umweltbeitrag vom Büro Edmund Spengler dargestellt und anhand von Festsetzungen und Maßnahmen in den Bebauungsplan integriert.

Der Flächennutzungsplan wird gem. §13a Abs.2 Nr.2 BauGB im Wege der Berichtigung angepasst.

Im Einzelnen gelten für den Entwurf des Bebauungsplanes die Planzeichnung, die textlichen Festsetzungen (planungsrechtlicher Teil) und die örtlichen Bauvorschriften und die Begründung zum Bebauungsplan vom Büro Hähnig Gemmke mit dem Datum vom 15.09.2020, das naturschutzfachliche Gutachten vom Bio-Büro Schreiber mit Stand August 2020, das Schallschutzgutachten vom Büro AWF vom 17.07.2020, der Umweltbeitrag zum Bebauungsplan vom Büro Edmund Spengler mit Stand vom 17.6.2020 sowie die verkehrlichen Stellungnahmen von Brenner Bernard vom 13.5.2019 und 10.07.2020.

Folgende Arten umweltbezogener Informationen sind zum Bebauungsplan verfügbar: 

Art der vorhandenen Information

Verfasser

Themen

Entwurf Bebauungsplan mit Legende, Entwurf Planungsrechtliche Festsetzungen, Entwurf Begründung zum Bebauungsplan

Büro Hähnig-Gemmeke Architekten Partnerschaft mbH, Tübingen,
Stand 15.9.2020

Planungsrechtliche Festsetzungen: Festsetzungen  zu Grünflächen und  Maßnahmen und Flächen zum Schutz und Pflege von Natur und Landschaft gem. § 9 Abs. 1 Nr. 20 BauGB,  

Festsetzungen zu den Vermeidungsnahmen und zur Funktionssicherung   (artenschutz-rechtliche Belange),

Immissionsschutzmaßnahmen (Schallschutz-maßnahmen),

Grünordnerische Festsetzungen (Pflanzgebote und Pflanzbindungen)

Örtliche Bauvorschriften:

Festsetzungen zu Fassadengestaltung zur Reduzierung des Risikos von Vogelschlag,

Festsetzungen zu Gestaltung unbebauter Flächen,

Anlagen zum Sammeln, Rückhaltung und Verwenden von Niederschlagswasser § 74 Abs. 3 Nr. 2 LBO.

Hinweise zu Geotechnik, zu eventuellen Bodenfunden, zu Boden- und Grundwasser-schutz, zu Altlasten, zum  Hochwasserschutz und zum Gewässerrandstreifen.

Naturschutzfachliches Gutachten

als Vorlage für die Naturschutzbehörden zur artenschutzrechtlichen Prüfung nach § 44 BNatSchG

Bio-Büro Schreiber, Neu-Ulm, Stand August 2020

Wirkung des Vorhabens, mögliche Konflikte, Vorbelastungen

Vorprüfung - Arten nach Anhang IV FFH-RL, Vögel nach Art.1 Vogelschutz-Richtlinie

Maßnahmen zur Vermeidung und zur Funktionssicherung

Abschließende Bewertung

Prüfung Natura 2000 Gebiete

Bio-Büro Schreiber, Neu-Ulm, Stand 01/2013

 

Schallschutzgutachten

Büro AWF –Karl Häberle, Laichingen, Stand 17.7.2020

 

Ausgangsdaten:

Straßen- und Schienenverkehrslärm, Lärmeinwirkungen aus gewerblicher Nutzung

(Kalkwerk Herrlingen, süd-östl. Gewerbe-gebiet), Immissionsschutzmaßnahmen

Umweltbeitrag zum Bebauungsplan nach §13a

Büro Edmund Spengler, Garten- u. Landschaftsarchitekt, Blaustein, Stand 17.06.2020

Untersuchung der Belange des Umweltschutzes, insbesondere der Beeinträchtigung der in §1 Abs.6 Nr.7 genannten Schutzgüter

Bestandsaufnahme und Bewertung:

Vorhandene Nutzungen und Strukturen

Schutzgut Tiere und Pflanzen - Bestand und Bewertung - Kompensationsmaßnahmen

Schutzgut Boden - keine weitere Untersuchung

Schutzgut Wasser – Bestand Grundwasser

und  Oberflächenwasser, Maßnahmen zur Erhöhung des Wasserretentionsvermögens

Schutzgut Klima - Kaltluftentstehungsgebiet

Schutzgut Landschaft – Aspekte Erholung und Landschaftsbild (Bestand und Planung)

Beeinträchtigungen der Schutzgüter und geplante Maßnahmen zur Vermeidung und Kompensation

Der Bebauungsplanentwurf „Südlich der Blautalstraße" in Herrlingen, mit Ziel und Zweck der voraussichtlichen Auswirkungen der Planung sowie alle umweltbezogenen Informationen  wird in der Zeit von 

Montag, 05.10.2020  bis  Donnerstag, 05.11.2020
im Rathauses Blaustein, Marktplatz 2, vor dem Zimmer 211

im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit gem. § 3 Abs. 2 BauGB öffentlich dargelegt und mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern erörtert. Stellungnahmen können im Rahmen der Beteiligung schriftlich oder zur Niederschrift im Rathaus, während der Öffnungszeiten, vorgebracht werden.

Infolge der Corona Krise kommt es zu Einschränkungen der Sprech-/Öffnungszeiten der Kommunalverwaltung. Die Einsichtnahme in die Planunterlagen und die Abgabe von Stellungnahmen zur Niederschrift ist weiterhin möglich. Eine vorherige terminliche Absprache mit den Mitarbeitern des Fachbereichs 3.1, Stadtentwicklung, Bau und Bauverwaltung unter den Telefonnummern 07304 802-401, 07304 802-410 oder 07304 802-411 oder per E-Mail (soenksen(@)blaustein.de oder dietl-berchtold(@)blaustein.de) wird empfohlen.

Es wird darauf hingewiesen, dass nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen bei der Beschlussfassung über den Bauleitplan unberücksichtigt bleiben können.

Stadt Blaustein
Thomas Kayser
Bürgermeister

 

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