Historie
Das Dorf Bermaringen wurde erstmals 1225 urkundlich erwähnt. Der Ortsname, genauer die Endung –ingen, weist zwar auf einen alemannischen Siedlungskern hin. Die Bodenfunde können dies jedoch bisher nicht bestätigen. Bermaringen wuchs, wie die meisten altschwäbischen Ortschaften, aus zerstreuten Hofsiedlungen zu einem Haufendorf zusammen.
Bermaringen blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Der Ortsname mit der Endung „-ingen“ deutet auf alemannische Wurzeln hin, auch wenn archäologische Funde dies bisher nicht eindeutig belegen konnten. Über die Jahrhunderte entwickelte sich das Dorf aus verstreuten Hofsiedlungen zu einem lebendigen Haufendorf, dessen Lebensgrundlage bis ins 20. Jahrhundert die Landwirtschaft war.
Im späten 18. Jahrhundert gewann die Schafzucht an Bedeutung, während Handwerk und Gewerbe mit Berufen wie Bäcker, Metzger, Schneider oder Küfer das Dorfleben prägten. Auch die Leinenweberei spielte durch den florierenden Handel mit Ulm eine wichtige Rolle.
Die Herrschaftsverhältnisse im Mittelalter waren komplex, geprägt von vielen Adelsfamilien und Klöstern. Letztlich erwarb die Reichsstadt Ulm 1512 die vollständige Herrschaft über Bermaringen, das im 16. Jahrhundert zum Amtssitz wurde. Nach dem Ende der Reichsstadt Ulm 1802 verlor Bermaringen jedoch seine regionale Verwaltungsmacht.
Im 19. Jahrhundert wurde Bermaringen Teil des Königreichs Württemberg und erlebte den Übergang zu einer modernen Gemeindeverwaltung. Seit der Eingemeindung nach Blaustein im Jahr 1974 hat sich der Ort stark gewandelt: Heute prägen sowohl die Landwirtschaft als auch der Wandel zur attraktiven Wohngemeinde das Bild Bermaringens.
Das Amt Scharenstetten wurde 1772 aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung dem Bermaringer Amt zugeordnet. Als Ulm seinen Reichsstadtstatus 1802/03 verlor, endete auch Bermaringens Bedeutung als regionaler Verwaltungsort. Im Herbst 1804 erhielt das Dorf für kurze Zeit die bayerische Gemeindeverfassung.
1810 kam die Gemeinde schließlich zum Königreich Württemberg und wurde Amtsort im Oberamt Blaubeuren. Im gleichen Jahr wurde die Parzelle Hohenstein dem Schultheißenamt Bermaringen angegliedert. Die staufische Burgstelle war vom 12. bis zum Anfang des 19 Jahrhunderts Reichslehen. Ab 1808 war Hohenstein ein Lehen der bayerischen Provinz Schwaben. 1829 verlieh es dann der württembergische Staat an Christoph Erhard Kraft von Dellmensingen.
1859 wurde das Lehen abgelöst und ging in das Volleigentum des Landwirts Johannes Baiker über. Mit der Auflösung des Oberamts Blaubeuren im Jahr 1934 wurde Bermaringen in den Landkreis Ulm eingegliedert. Im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform kam der Ort am 1. Oktober 1974 nach Blaustein (link). Bermaringen ist auch heute noch stark durch die Landwirtschaft geprägt. Daneben ist der Wandel zur Wohngemeinde unübersehbar.