Historie
Der Ortsname taucht erstmals urkundlich im Jahr 1209 auf. Vermutlich entstand das Dorf zeitgleich mit der gleichnamigen Burg um 1100. Wenn auch von einer geschlossenen Siedlung zwischen Blau und Löwenfelsen ausgegangen werden kann, war ein Ortsmittelpunkt nicht erkennbar.
Die Geschichte Ehrensteins ist tief in der mittelalterlichen Entwicklung des Blautals verwurzelt.
Die ursprüngliche Siedlung erstreckte sich zwischen den markanten Landschaftsmerkmalen Blau und Löwenfelsen, wobei sich jedoch lange kein klarer Ortsmittelpunkt herausbildete.
Im Mittelalter war Ehrenstein stark von der Landwirtschaft geprägt. Die kargen Böden boten jedoch nur bescheidene Erträge, sodass viele Bewohner sich als Tagelöhner oder in verschiedenen Handwerksberufen versuchten. Besonders das Schmiedehandwerk hatte eine lange Tradition: Daraus entstand die mechanische Werkstätte der Familie Hummel, die bis ins 20. Jahrhundert zu einem führenden Hersteller landwirtschaftlicher Geräte in der Region heranwuchs.
Ehrenstein stand von Anfang an unter dem Schutz der Ulmer Königspfalz. Ab 1259 ging die Herrschaft über den Ort mehrfach über: zunächst an die Grafen von Württemberg und Helfenstein, später an die Herren von Stein und schließlich 1539 an das Söflinger Klarissenkloster. Die Klosterherrschaft hatte dabei großen Einfluss auf die Entwicklung des Ortes. Die Nonnen ermöglichten den Bewohnern ein gewisses Maß an Selbstverwaltung, was die Gemeinschaft stärkte und die wirtschaftliche Entwicklung förderte.
Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts wandelte sich Ehrenstein schrittweise von einem landwirtschaftlich geprägten Ort zu einem bedeutenden Industriestandort im Blautal. Besonders die Kalksteinverarbeitung hielt sich bis ins 21. Jahrhundert, bevor sie schließlich eingestellt wurde. Die Gemeinden Ehrenstein und Klingenstein wurden 1968 im Zuge der Gemeindereform zur Gemeinde Blaustein vereinigt.