Im Detail
Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung des Ortes datiert auf das Jahr 1215. Wie die Nachbarorte verdankt auch Klingenstein seine Entstehung dem Bau der Burg, welche den Engpass im Blautal absichern sollte. Eine kluge Vertragspolitik, insbesondere mit der nahe gelegenen Reichsstadt Ulm, verhinderte die Zerstörung der Anlage.
Im 17. Jahrhundert verfielen Teile der Klingensteiner Burg, und auf ihren Fundamenten errichtete
Reichsfreiherr Franz Maria Anton von Bernhausen das bis heute erhaltene Barockschloss.
Die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes war lange Zeit durch die dominierende Herrschaft eingeschränkt. So verfügte Klingenstein beispielsweise über keine eigene Weide und besaß nur einen geringen Anteil an den Wiesen des Blautals.
Das Leben der Bewohner war über viele Jahrhunderte von Landwirtschaft, Handwerk und kleinen Gewerbebetrieben geprägt. Die strategische Bedeutung der Burg spielte dabei immer eine zentrale Rolle.
Politische Umwälzungen im 13. Jahrhundert, Erbstreitigkeiten und wechselnde Herrschaften prägten die Geschichte des Ortes. Bis 1575 wurde Klingenstein schließlich wieder unter einer Herrschaft vereint.
Mit der Verwaltungsreform 1938 kam Klingenstein in den Landkreis Ulm und wurde 1968 ein Teil der Gemeinde Blaustein. Anders als der benachbarte Ort Ehrenstein, der bereits im 19. Jahrhundert eine industrielle Ausrichtung entwickelte, spielte in Klingenstein die Landwirtschaft bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle.